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25. Februar 2009 | Von | Kategorie: F-Züge

Fern­schnell­züge wur­den 1958 in Fahr­plä­nen mit ei­nem „F“ kennt­lich ge­macht. Diese Zug­gat­tung gab es in Deutsch­land schon vor dem Zwei­ten Welt­krieg (z.B. den Rhein­gold der DRG). Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wurde An­fang der 50er das F-Zug-System schnell wie­der auf­ge­baut.
Die meis­ten der F-Auslandsverbindungen wur­den 1957 in TEE um­ge­wan­delt und wa­ren so­mit 1958 keine F-Züge mehr. Au­ßer­halb un­se­res Be­trach­tungs­zeit­raums: Mitte der 60er Jahre wur­den dann auch ei­nige der in­län­di­schen F-Züge zu TEE-Zügen auf­ge­wer­tet. Das end­gül­tige Aus für die F-Züge kam am 26. Sep­tem­ber 1971 mit dem InterCity-System in West­deutsch­land.

Im Jahre 1958 gab es fahr­plan­mä­ßig keine neuen F- oder TEE-Züge – es gab je­doch An­fang des Ka­len­der­jah­res noch Ver­än­de­run­gen in den Be­span­nun­gen, denn auf Grund ei­nes Streiks sind et­li­che VT 11.5 für den TEE-Einsatz ver­spä­tet aus­ge­lie­fert wor­den, dem­entspre­chend wur­den VT 07 und VT 08 noch ver­brei­tet im TEE-Netz ein­ge­setzt. Das hatte dann na­tür­lich noch wei­tere Aus­wir­kun­gen auf an­dere Züge und Zug­be­span­nun­gen.
Fa­zit: Erst mit dem Som­mer­fahr­plan 1958 sind alle Neue­run­gen des Win­ter­fahr­plan 1957 tat­säch­lich um­ge­setzt ge­we­sen – und das Fahr­plan­jahr 1958 wurde und war das Jahr mit den meis­ten F- und TEE-Verbindungen.

Jede F-Zug-Num­mer durfte in ganz West­deutsch­land nur ein­mal vor­kom­men – bei D-Zügen galt diese Re­gel hin­ge­gen so nicht: Da durfte in ei­ner Bundesbahn-Direktion eine D-Zug-Num­mer nur je ein­mal vor­kom­men.

Un­ter dem Be­griff „F-Zug“ wur­den in den 50er Jah­ren keine ein­heit­li­chen Züge zu­sam­men­ge­fasst, son­dern man kann 5 Ty­pen un­ter­schei­den:

  1. reine 1.-Klasse-Tageszüge in­ner­halb von West­deutsch­land (in­klu­sive Ba­sel SBB)
  2. reine 1.-Klasse-Tageszüge in die Nach­bar­län­der (seit 1957 meist als TEE)
  3. rei­ner 1.-Klasse-Nachtzug in die Schweiz
  4. 1./2.-Klasse-Tageszüge Aus­lands­ver­bin­dun­gen
  5. 1./2.-Klasse-Nachtzüge Aus­lands­ver­bin­dun­gen

Die Bas­ler mö­gen es ver­zei­hen: F-Züge mit Start in Ba­sel SBB sind in die­sen Auf­stel­lun­gen nicht als Aus­lands­züge klas­si­fi­ziert, so­lange das Ziel nicht eben­falls im Aus­land liegt.

In Ös­ter­reich wech­sel­ten die F-Züge ihre Be­zeich­nung und wur­den zu Ex-Zügen, in den Nie­der­lande wur­den sie zu D-Zügen, in Frank­reich und Bel­gien ver­lo­ren sie ih­ren Buch­sta­ben – aber in al­len die­sen Län­dern be­hiel­ten sie ihre Zug­num­mer. In Dä­ne­mark wur­den sie zu E-Zügen mit neuer Zug­num­mer. In der Schweiz und in Ita­lien wech­sel­ten eben­falls die Zug­num­mern – ohne Zu­satz. So steht es in un­se­ren DB-Kursbüchern.

Ge­mein­sam war al­len F-Zügen in der Bun­des­re­pu­blik: Für eine Fahrt im F-Zug wurde ein ge­son­der­ter  F-Zug-Zuschlag zu­sätz­lich zum D-Zug-Zuschlag er­ho­ben:
D-Zug  2,– DM + F-Zug  4,– DM = 6,– DM Ge­samt­zu­schlag.
Der TEE-Zuschlag (4,–  bis 10,– DM) konnte den F-Zug-Zuschlag er­set­zen (heute schließt der ICE-Preis ja auch den Zu­schlag für den IC mit ein).

F-Zug-Netz

Punkt 1 » Die un­ter die­sem Punkt zu­sam­men­ge­fass­ten Züge bil­de­ten das ei­gent­li­che „F-Zug-Netz“ der DB. Der EK-Autor Pe­ter Goette prägte nun zu­sätz­lich den Be­griff „leichte F-Züge“. Häu­fig wird in die­sem Zu­sam­men­hang auch vom „Blauen F-Zug-Netz“ ge­schrie­ben und ge­spro­chen. Diese Aus­sage würde je­doch den er­heb­li­chen Teil an F-Zügen, die mit ro­ten Trieb­wa­gen ge­fah­ren wur­den, aus­schlie­ßen.

Das F-Zug-Netz sollte die Me­tro­pol­re­gio­nen der Bun­des­re­pu­blik für Ge­schäfts­rei­sende durch ei­nen Morgen- und(!) ei­nen Abend­zug mit­ein­an­der ver­bin­den. Bei zu lan­gen Fahr­zei­ten (z.B. München—Hamburg) funk­tio­niert die­ses Sys­tem na­tür­lich nur ein­ge­schränkt. Da­mit auch we­ni­ger at­trak­tive Ver­bin­dun­gen rea­li­siert wer­den konn­ten und nicht zu viele Züge die Stre­cken „ver­stopf­ten“, wurde der Fahr­plan so kon­zi­piert, dass für ei­nige Ver­bin­dun­gen nur durch ein­ma­li­ges Um­stei­gen „am sel­ben Bahn­steig ge­gen­über“ die Wunschme­tro­pole er­reicht wer­den konnte.

De­tail­lier­tere In­for­ma­tio­nen zum F-Zug-Netz im Jahr 1958 wer­den auf db58 in spä­ter er­schei­nen­den Ar­ti­kel an­ge­bo­ten. Zu ein­zel­nen Zü­gen fol­gen hier die Links:

  • „Han­seat“ F 1 / F 2 >> hier und >> hier
  • „Mer­kur“ F 3 / F 4 >> hier und hier
  • „Schwa­ben­pfeil“ F 23 / F 24 >> hier und >>hier
  • „Gam­bri­nus“ F 33 / F 34 >> hier
  • „Se­na­tor“ F 41 / F 42 >> hier
  • „Ro­land“ F 43 / F 44 >> hier
  • „Dom­spatz“ F 53 / F 54 >> hier
  • „Blauer En­zian“ F 55 / F 56 >>hier

In­ter­na­tio­nale 1.-Klasse-Tageszüge und TEE-Netz

Punkt 2 » Die meis­ten in­ter­na­tio­na­len Züge, die nur 1.-Klasse-Plätze an­bo­ten, sind 1957 zu TEE-Verbindungen um­ge­wan­delt wor­den.
Vier Zug­paare sind je­doch nicht um­ge­wan­delt wor­den: der „Rhein­gold“ Ba­sel SBB—Hoek van Hol­land (F 9 / F 10), der London-Hamburg-Express (F 71 / F 72), der F 1101 / F 1102 Bar le Duc—Saarbrücken—Worms—Frankfurt und der F 1123 Metz—Saarbrücken bzw. F 1124 Frankfurt—Worms—Saarbrücken—Metz.

Die TEE-Züge wer­den spä­ter in ei­nem ei­ge­nen Ar­ti­kel auf db58 be­spro­chen. Zu ein­zel­nen Zü­gen fol­gen hier die Links:

  • F 1101 und F 1124 Metz—Frankfurt >> hier
  • „Hel­ve­tia“ TEE 77 / TEE 78 >> hier und >> hier

Ko­met

Punkt 3 » Vom Som­mer­fahr­plan 1954 bis Ende Win­ter­fahr­plan 1957 (31. Mai 1958) ver­kehrte alle 2 Tage (au­ßer Sams­tag) der DSG-Schlafwagenzug VT 10 551 als „Ko­met“ zwi­schen Ham­burg und Zü­rich.

Zum Som­mer­fahr­plan 58 wurde der „Ko­met“ dann in ei­nen lok­be­spann­ten Zug um­ge­wan­delt, der nun auch die 2. Klasse führte. Der „Ko­met“ ge­hörte ab die­sem Zeit­punkt also zu den Zü­gen von Punkt 5.

Tages-F-Züge 1./2. Klasse Aus­lands­ver­bin­dun­gen

Punkt 4 » In diese Gruppe ge­hör­ten 1958 der Vor­zug zum „Rhein­gold“, der „Loreley-Express“ F 163 / F 164 Ba­sel SBB—Hoek van Hol­land und ab Som­mer 58 der nur ein kur­zes Stück ins Aus­land fah­rende „Mo­zart“ F 39 / F 40 zwi­schen Stras­bourg und Mün­chen.

Nacht-F-Züge 1./2. Klasse Aus­lands­ver­bin­dun­gen

Punkt 5 » Hier tum­meln sich die in­ter­na­tio­nal be­kann­ten Nacht­züge mit ih­ren bun­ten Wa­gen­parks: Orient-Express, Oostende-Wien-Express, Austria-Express, Tauern-Express, die Holland-„nach irgendwo“-Expresse, die Nord-/Skandinavien-Expresse und ein paar wei­tere.
Diese Züge wer­den auf ei­ner ge­son­der­ten Seite be­spro­chen wer­den.

  • „Nord-Express F 11 / F 12 >> hier und >> hier
  • „Saßnitz-Express“ F 129 / F 130 >> hier und >> hier

Quel­len

  • Lauf­pläne und Kurs­bü­cher der Jahre 1957 und 1958
  • „Die Star­züge der Deut­schen Bun­des­bahn“ von Wer­ner Kluge (Röhr 1974)
  • „Vom Fern­schnell­zug zum In­ter­city“ von Hans-Wolfgang Scharf und Fried­helm Ernst (EK 1983)
  • „Flie­gende Züge“ von Heinz R. Kurz (EK 1986)
  • „Die Bau­reihe VT 11.5 – der Weg­be­rei­ter des in­ter­na­tio­na­len TEE-Verkehrs“ von Rü­di­ger Block (EK 1988)
  • „Die Bun­des­bahn – Or­gan der Haupt­ver­wal­tung der Deut­schen Bun­des­bahn“ – meh­rere Hefte 1957/58
  • Bahn-Extra 2/92, 3/92, 4/93
  • Meh­rere „Schnip­sel“ aus di­ver­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen aus Eisenbahn-Heften zu „50 Jahre TEE“ im Jahre 2007
  • Die Web­site von Hein­rich Hanke mit The­men zu TEE- und F-Zügen und et­li­chen wei­ter­füh­ren­den Links
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