»Moha-Wagen aus dem Oldenburger Land nach Frankfurt-Sossenheim

21. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Zugbildungspläne

Der Milchkühlwagen-Transport in D- und Expressgutzügen ist immer wieder Thema für Zugbildungsfreunde. Unsere Recherchen für den Sommer 1958 haben bis jetzt zwei unterschiedliche Leistungen nach Frankfurt zu Tage gebracht: einerseits aus Stedingen (Wüsting) und dem Ammerland (Westerstede) sowie andererseits aus der Grafschaft Bentheim und dem Osnabrücker Land (in diesem Beitrag noch kein Thema).

Der Zugbildungsplan des Expr 3026 nennt als Zubringerzug den E 588 Emden—Bremen—Braunschweig. Dieser Zug hätte laut Kursbuch nur in Oldenburg (16:54 bis 17:02) oder Delmenhorst (17:30 bis 17:33) genügend Zeit gehabt, um die Milchkühlwagen in den Zugverband aufzunehmen. Im Reihungsplan des E 588 für den Sommer 1958 sind jedoch keine(!) Milchkühlwagen zu finden.

ZpAR-I-So58-366

Vom Frankfurter Hbf geht es mit einer Übergabe (82021 – in dieser frühmorgendlichen Zeit könnte von Nummernsystem her ein (nicht verkehrender) P 2021 auf der Strecke nach Wiesbaden unterwegs sein) nach Frankfurt-Höchst und von dort nach Frankfurt-Sossenheim in den Milchhof der Moha.

Da der Expressgutzug 3026 in der Nacht vom Sonntag auf den Montag nicht verkehrte, musste auch für diese Nacht eine Lösung gefunden werden:

ZpAR-II-West-1007

ZpAR-I-So58-073

Mit einer Übergabe 82505 (wahrscheinlich von einer innerbremischen Dienststelle) wurden die Wagen an den E/D 176 übergeben. In Hannover wurde auf D 76 umgestellt. In Bad Nauheim wurden die Wagen auf den P 1504 von Bad Nauheim nach Frankfurt (M) West umrangiert. Das Kursbuch gibt wahrscheinlich eine Antwort darauf, wie die Kühlwagen weiter nach Frankfurt-Höchst gelangten:

DB-Kursbuch-Sommer-1958-Teil-2-Norden-Seite-095

DB-Kursbuch-Sommer-1958-Teil-2-Norden-Seite-107

DB-Kursbuch-Sommer-1958-Teil-2-Norden-Seite-110

Der P 1504 fährt unter Nummernwechsel auf 51504 von Frankfurt (M) West weiter nach Frankfurt-Höchst und lässt den Hauptbahnhof links liegen.

Für den Expr 3026 (braun und dunkles grün) ist uns nicht bekannt, ob er über Eichenberg oder Dransfeld fuhr – der D 76 (hellgrün und dunkelgrün) fuhr über Dransfeld.

tkkh-1-58-sommer-rgb

Offene Fragen:

  • Wie kamen die Milchwagen nach Bremen – wie lassen sich die Widersprücke beim E 588 auflösen?

Quellen:

  • Kursbuch Sommer 1958
  • Zp AR I und II West und Süd vom Sommer 1958
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3 Kommentare auf "»Moha-Wagen aus dem Oldenburger Land nach Frankfurt-Sossenheim"

  1. Roland Bär sagt:

    Als kleiner Junge fuhr ich oft mit dem 55-Bus an den Moha Werken vorbei. Die Bushaltestelle war direkt vor der Werkseinfahrt. Vom Bahnhof F.-Höchst wurde ein extra Gespann zur Anlieferung im Vorschub auf der Strecke nach Bad Soden geschoben. Auf der Strecke war ein Abzweig in das Milchwerk. Die Hauptaufgabe war die Versorgung der amerikan. Streitkräfte der McNair-Kaserne mit Frischmilch. Die Vorschublok war eine V36-Diesellok in schwarz bis zur eigenen werkseitigen Drehscheibe, per Hand gedreht. Eine 38-Schlepptenderlok war ebenfalls im Einsatz. Die Strecke war und ist heute noch eingleisig. Einen Bahnhof Ffm-Sossenheim gab es damals noch nicht, In Sulzbach gab es einen Abzweig zu einem Industriegleis, auch hier wurde im Vorschub angeliefert. Hauptkunde war eine Industrie-Weberei Schönbrunn. Bad Soden wurde ausschl. mit Tenderloks befahren.

  2. Gerhard Goll sagt:

    Hallo Herr Hagemann,
    bereits seit lägerer Zeit verfolge ich als hessischer Eisenbahnfreund die interessanten Details zu den Milchtransporten zur Moha und möchte hierzu gern die Zuege authentisch nachbilden.
    Ist Ihnen der Zugbildungsplan fuer den hier genannten P1504 / 51504 Bad Nauheim—Friedberg – Bad Homburg—Ffm West—Ffm Hoechst bekannt, ggf. auch die Tfz-Bespannung?

    Mit hoffnungsvollen Grüßen
    Ihr Gerhard Goll, Glauburg

  3. Detlev Hagemann sagt:

    Hallo Herr Goll,

    leider nein, aber velleicht findet sich irgendwo ein Schnipselchen …

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