»TEE 77 / TEE 78 Helvetia – Fahrplan

26. März 2009 | Von | Kategorie: Fahr- und Zugbildungspläne, TEE 77 / TEE 78 Helvetia, VT 11.5

Nach dem Nachkriegs-Rheingold und vor dem Epoche-IIIb-Rheingold war der TEE-Helvetia der Paradezug der DB: längster Lauf eines deutschen Zuges ohne Lokwechsel, schnellster Zug auf deutschen Gleisen, längste Fahrstrecke ohne Zwischenhalt usw. Dabei benutzte er folgende Kursbuchstrecken:

#StartZielKB-Strecke
1HamburgCelle211
2CelleHannover211 West
3HannoverGöttingen202
4GöttingenBebra202 Ost
5BebraFlieden192
6FliedenHanau192 West
7HanauFrankfurt/M192a Süd
8Frankfurt/MMannheim315a
9MannheimKarlsruhe300
10KarlsruheRastatt301 West
11RastattBasel Bad301
12Basel BadBasel SBBSBB
13Basel SBBZürichSBB
Wer das Zuglaufschild sehen möchte, möge die Beiträge auf DSO verfolgen.

In den Kursbüchern gab es am Anfang einen Teil für internationale Verbindungen, danach war der „Helvetia“ in den 1957er-Fahrplänen eine „E4“-Verbindung, in den 1958er-Plänen eine „E5“-Verbindung.
Hinter dem internationalen Teil gab es einen Abschnitt über „Fernverbindungen in Deutschland für große Fernreisen“ – hier gehörte der „Helvetia“ zur „4a“-Verbindung (Flensburg—Göttingen—Frankfurt—Offenburg—Schweiz).
Und noch etwas feiner aufgerastert: Bei den „Fernverbindungen in Deutschland für mittlere Fernreisen“ handelte es sich um eine „14“er-Verbindung (Hamburg—Göttingen—Frankfurt(/Gemünden)) und anschließend um eine „16“er-Verbindung (Frankfurt—Basel). Erst danach kamen die „normalen“ oben in der Tabelle angeführten Kursbuchstrecken. Die „14“er-Verbindung setzt sich dabei aus den Kb-Strecken 211 + 202 + 192/196 zusammen – die „16“er-Verbindung aus 315/315a + 300/301.

Im Sommer 1958 fuhr der „Helvetia“ von Hanau bis Frankfurt-Sportfeld und dann wieder ab Mannheim (beim heutigen Gewerbegebiet Fahrlach) bis Zürich unter Fahrdraht. Die Riedbahn über Biblis war also noch nicht elektrifiziert. Die Fahrleitung zwischen Hanau—Frankfurt (M) Hbf.—Mainz wurde im Frühjahr angeschaltet.

Wie für fast alle Tabellen dieser Website gilt, dass ein Klick auf die Kopfzeile auf- und absteigende Sortierung ermöglicht. Sinnvoll ist die Sortierung vor allen Dingen für die linke und rechte Spalte: die Zugnummer (bzw. die Ablaufleiste).

Winterfahrpläne des TEE 77/78

#TEE 78 Winter 1957TEE 78 Winter 1958BahnhofTEE 78 Winter 1957TEE 78 Winter 1958
112:1812:43Hamburg-Altona18:3318:09
212:2712:51Hamburg-Dammtor18:2418:00
312:3112:55Hamburg-Hbf.18:2017:56
412:3813:02Hamburg-Hbf.18:1317:49
514:3114:46Hannover16:2216:03
614:3314:48Hannover16:2016:01
715:49Göttingen15:01
818:1418:26Frankfurt/M-Hbf12:3312:23
918:1918:31Frankfurt/M-Hbf12:2812:20
1019:1119:21Mannheim11:3611:29
1119:1419:24Mannheim11:3311:26
1219:5219:57Karlsruhe10:5510:51
1319:5319:58Karlsruhe10:5410:50
1420:1220:16Baden-Oos10:3610:32
1520:1320:17Baden-Oos10:3610:31
1621:1321:13Freiburg09:3609:35
1721:5421:54Basel Bad Bf.08:5608:56
1822:0022:00Basel Bad Bf.08:5308:53
1922:0622:06Basel SBB08:4708:47
2022:1022:10Basel SBB08:4308:43
2123:1423:14Zürich07:3907:39

Der Sommerfahrplan 1958 unterscheidet sich bei dieser Verbindung nicht vom Winterfahrplan 1958.

Wenn man die Winterfahrpläne 1957 und 1958 vergleicht, verlangte der Fahrplan den Triebwagen im Startjahr noch nicht allzu viel Leistung ab. Im Fahrplanjahr 1958 benötigte der Zug dann schon 24 Minuten weniger, um von Hamburg an die Schweizer Grenze zu kommen – trotz zusätzlichem Halt in Göttingen! Trotz nochmaliger Beschleunigung (neuer DB-Geschwindigkeitsrekord) war der „Helvetia“ den Rekord für die längste Strecke ohne Halt von Hannover bis Frankfurt wieder los. Die DB tastete sich mit der Fahrplangestaltung vorsichtig an eine neue Grenze heran: Bis zum Sommer 1957 durfte kein Zug schneller als 120 km/h fahren (nach Problemen beim VT 06), dem VT 11.5 waren theoretisch 140 erlaubt. Man gewährte ihm aber erst nur 130 km/h, denn die DB traute noch nicht überall dem Oberbau. Auf vielen Bildern von 1956 und 1957 sind Oberbautrupps auf den von VT 11.5 und V 200 befahrenen Strecken zu sehen.

kurswagentee77_282Erstaunlich kurz sind die veranschlagten Wendezeiten in den Bahnhöfen, in denen Kopf gemacht wird: Frankfurt (M) Hbf., Mannheim und Basel SBB: minimal 4 Minuten.

In der Schweiz läuft der Zug nicht unter der Nummer TEE 77 bzw. TEE 78 sondern als „HZ“ nach Zürich und als „ZH“ zurück nach Basel.

Quellen

  • Kursbücher  der DB Winter 1957 bis Winter 1958
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