»Das F-Zug-Netz aus Ham­bur­ger oder Bre­mer Sicht

4. April 2009 | Von | Kategorie: F 1 / F 2 Hanseat, F 3 / F 4 Merkur, F 33 / F 34 Gambrinus, F 41 / F 42 Senator, F 43 / F 44 Roland, F 53 / F 54 Domspatz, F 55 / F 56 Blauer Enzian, F-Züge, TEE 77 / TEE 78 Helvetia

Begriffs­be­stim­mung: Im Arti­kel über F-Züge wird die Klas­si­fi­zie­rung der ver­schie­de­nen F-Züge vor­ge­nom­men. Für eine Gruppe die­ser F-Züge wird der Begriff „F-Zug-Netz“ oder auch „leichte F-Züge“ benutzt. Diese Züge ver­netz­ten die Zen­tren West­deutsch­lands und waren die Vor­gän­ger der heu­ti­gen ICE-Ver­bin­dun­gen. Die Züge des F-Zug-Net­zes, die für Ham­burg und Bre­men rele­vant waren, wer­den in die­sem Arti­kel vor­ge­stellt. Da der TEE „Hel­ve­tia“ über­wie­gend eine inner­deut­sche Ver­bin­dung war, wird er hier eben­falls ein­ge­reiht.

Vom Nor­den aus gab es drei Haupt­rich­tun­gen in die Zen­tren der Bun­des­re­pu­blik:

  • 4a: von HH / HB über Frank­furt (Rhein-Main-Neckar) in den Süd­wes­ten
  • 4c: von HH / HB nach Bay­ern
  • 5a: von HH über HB ins Ruhr­ge­biet und an den Rhein

Die ande­ren Rich­tun­gen:

  • Eine wei­tere Süd-Süd­west-Ver­bin­dung führte nach Stutt­gart (4b-Ver­bin­dung). Die Schwa­ben-Metro­pole wurde jedoch ab Som­mer 1958 nur noch per Kurs­wa­gen direkt erreicht.
  • In den Nor­den nach Kiel wur­den zwei Züge aus dem Ruhr­ge­biet ver­län­gert – eine um 100 km in den 4er Bereich ver­län­gerte 5a-Ver­bin­dung.
  • In den Osten/Berlin gab es keine F-Zug-Ver­bin­dun­gen.

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Die fol­gen­den Anga­ben waren für den Som­mer- und Win­ter­fahr­plan 1958 gül­tig. Abwei­chun­gen zum vor­he­ri­gen Win­ter­fahr­plan 1957 fin­den Sie ganz am Ende des Arti­kels.

4a-Ver­bin­dung: Vom Nor­den über Göttingen/Frankfurt zur Schweiz

Diese Ver­bin­dung nach Süd­wes­ten (Basel/Konstanz) wurde mit drei F-/TEE-Zügen bedient.

Der Mor­gen­zug star­tete in Bre­men als „Roland“ (Ft 44 – VT 08.5). Die Ham­bur­ger beka­men mit dem „Blauen Enzian“ (F 56 – V 200 und A4ümg-Wagen oder HWZ) in Han­no­ver Anschluss an den „Roland“. Der Zug­lauf des „Roland“ ermög­lichte viele wei­tere Fahr­ziele ohne Umstieg: Bremen—Hannover—Göttingen—Kassel—Gießen—Frankfurt Hbf.—Darmstadt—Mannheim—Karlsruhe—Baden-Oos—Freiburg—Basel Bad. Bf.—Basel SBB.

Der TEE „Hel­ve­tia“ (bis 1957 F-Zug) war die Mit­tags­ver­bin­dung nach Süd­wes­ten mit sei­nem Zug­lauf Hamburg—Hannover—Göttingen—(Bebra—)Frankfurt—Mannheim—Basel—Zürich. Ab Frank­furt kamen auch andere Ver­kehrs­ströme an Bord des VT 11.5. Göt­tin­gen wurde erst ab Som­mer­fahr­plan 1958 zum plan­mä­ßi­gen Halt. Die Bre­mer hat­ten keine erst­klas­sige Anbin­dung zum Mit­tags­zug. Der „Hel­ve­tia“ bediente mit sei­nen weni­gen Hal­ten in Nord­deutsch­land und den rela­tiv vie­len Hal­ten im Süd­wes­ten zwei Her­ren: Schnell nach Frank­furt und ein biss­chen wei­ter sowie dann die Bedie­nung des Süd­wes­tens.

  • Hamburg—Hannover—Frankfurt
  • Frankfurt—Baden (Mann­heim, Karls­ruhe, Baden-Baden, Frei­burg und Basel Badi­scher Bf.)

Die dritte Ver­bin­dung wurde unter dem Namen „Sena­tor“ (F 42 – V 200 und A4ümg-Wagen) als Abend­ver­bin­dung ein­ge­rich­tet, und wie­der hat­ten die Bre­mer kei­nen erst­klas­si­gen Anschluss. Plan­mä­ßige Halte des F 42 waren: Han­no­ver, Göt­tin­gen, Kas­sel, Frank­furt Hbf., Darm­stadt, Bens­heim, Wein­heim, Mann­heim und Hei­del­berg. Ab Darm­stadt könnte man den Zug als hoch­wer­ti­gen „Lum­pen­samm­ler“ klas­si­fi­zie­ren.

Und retour – vom Süd­wes­ten und/über Frank­furt nach Nor­den

Der „Sena­tor“ erreichte zum Mit­tag­essen von Süden kom­mend wie­der Ham­burg. Zwi­schen Hei­del­berg und Darm­stadt wur­den zwi­schen 5 und 6 Uhr wie­der drei Halte ein­ge­legt. In Han­no­ver bestand kein F-Zug-Anschluss nach Bre­men.

Der TEE „Hel­ve­tia“ erreichte zum Abend­essen Ham­burg. In Han­no­ver wurde ein guter Über­gang nach Bre­men auf einen LS-Zug gebo­ten.

Und am spä­ten Abend bestand in Han­no­ver wie­der der Über­gang zwi­schen „Blauen Enzian“ und „Roland“ auf der Heim­fahrt in die Han­se­städte.

4c-Ver­bin­dung: Vom Nor­den nach Fran­ken und Bay­ern

Diese Ver­bin­dung über den Eisen­bahn­kno­ten Bebra nach Mün­chen oder Nürnberg/Regensburg
wurde mit nur zwei Ver­bin­dun­gen bedient.

Der Mor­gen­zug star­tete in Ham­burg mit dem „Blauen Enzian“ (F 56 – V 200 / E 17 und A4ümg-Wagen oder HWZ).  Die Bre­mer beka­men mit mit dem „Roland“ (Ft 44 – VT 08.5) in Han­no­ver Anschluss an den „Blauen Enzian“. Der Zug­lauf des „Blauen Enzian“ ab Han­no­ver bot fol­gende Halte: Göt­tin­gen, Fulda, Würz­burg, Treucht­lin­gen, Augs­burg und Mün­chen. In Würz­burg bestand guter Über­gang zu einem D-Zug nach Nürn­berg.

Ab Som­mer­fahr­plan 1958 ver­ließ mit­tags der „Dom­spatz“ (Ft 54 – VT 08.5) die Als­ter und Elbe. Von Bre­men erhielt man mit einem Eil­zug in Han­no­ver einen akzep­ta­blen Anschluss. Wei­tere Halte auf der Fahrt nach Regens­burg waren Göt­tin­gen, Fulda, Würz­burg und Nürn­berg. In Würz­burg bestand Anschluss an den „Gam­bri­nus“ (F 34 – V 200 / E 18 und A4ümg-Wagen) nach Mün­chen.

Und retour: von Bay­ern in die Han­se­städte

Die Länge der Stre­cke macht es klar: Erst nach­mit­tags kam der erste F-Zug aus Bay­ern im Nor­den an – der Dom­spatz. Rei­sende aus Mün­chen muss­ten wie­der in Würz­burg vom Gam­bri­nus in den Dom­spatz stei­gen. Nach Bre­men bestand in Han­no­ver keine gute Anbin­dung.

Am spä­ten Abend bestand in Han­no­ver wie­der der Über­gang zwi­schen „Roland“ und „Blauen Enzian“ auf der Heim­fahrt in die Han­se­städte.

5a-Ver­bin­dung: Vom Nor­den zum Rhein und zur Ruhr

Von Ham­burg ins Ruhr­ge­biet bestan­den drei voll­wer­tige Leis­tun­gen: zwei mor­gens und eine abends. Ergänzt wur­den sie 1958 durch eine Mit­tags­ver­bin­dung über Han­no­ver und einen Früh­zug nur bis Osna­brück.

Gestar­tet wurde früh­mor­gens mit dem Ham­burg-Lon­don-Express (Ft 72 – VT 08) Hamburg—Bremen—Osnabrück—Hoek van Hol­land.
Eine halbe Stunde spä­ter folgte der Mer­kur (F 4 – V 200 und A4ümg-Wagen) mit Stopps in Osna­brück, Müns­ter, Gel­sen­kir­chen, Essen Hbf, Duis­burg, Düs­sel­dorf, Köln und Bonn.

Zum zwei­ten Früh­stück machte sich der „Gam­bri­nus“ (F 34 – aus Kiel bis Altona BR 03, dann V 200, A4ümg-Wagen) auf den Weg durch die Bun­des­re­pu­blik (Kiel—Köln—Frankfurt—Würzburg—München). Bei die­ser Fahrt wur­den fol­gende Bahn­höfe zwi­schen Müns­ter und Wies­ba­den bedient: Hamm, Dort­mund, Hagen, Wup­per­tal-Elber­feld, Köln, Bonn und Koblenz. Dann fuhr der Zug wei­ter über Frank­furt nach Fran­ken.

Mit­tags hatte der „Hel­ve­tia“ (siehe 4c) in Han­no­ver Anschluss an das „Sach­senroß“ (F 16 – VT 06) nach Köln über Hamm und Wup­per­tal.

Abends stellte der „Han­seat“ (F 2 – V 200 und A4ümg-Wagen) die letzte 1-Klasse-Ver­bin­dung in den Wes­ten her.  Die­ser Zug ver­kehrte über Bre­men, Osna­brück, Müns­ter, Hamm, Dort­mund, Bochum, Essen, Duis­burg, Düs­sel­dorf nach Köln. In Hamm bestand Anschluss an den „Ger­ma­nia“ (F 18 – VT 06) über Wup­per­tal und Köln nach Bonn.

Und retour – vom Wes­ten in die Hafen- und Kauf­manns­städte

Als ers­ter Zug erreichte zum Mit­tag­essen der „Han­seat“ wie­der Ham­burg.

Nach 20 Uhr fuhr dann der „Gam­bri­nus“ durch Ham­burg, der seine Fahrt noch nach Kiel fort­setzte.

Der „Mer­kur“ über­querte eine Stunde vor Mit­ter­nacht die Elbe.
Den Abschluss bil­det dann eine halbe Stunde spä­ter der „Lon­don-Ham­burg-Express“.

Worin unter­schei­det sich der Som­mer­fahr­plan 1958 vom Win­ter­fahr­plan 1957?

4a-Ver­bin­dung
Der „Sena­tor“ wurde mit VT 10.5 oder  VT 08.5 gefah­ren und nicht mit V 200.

4c-Ver­bin­dung
Der „Dom­spatz“ wurde mit V 200 und A4ümg-Wagen gefah­ren.

5a-Ver­bin­dung
Die Mit­tags­ver­knüp­fung mit „Hel­ve­tia“ und „Sach­senroß“ über Han­no­ver wurde nicht ange­bo­ten.
Evtl. noch Dampf­lok-Ein­satz zwi­schen Ruhr­ge­biet und Altona.

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