»Lauf­pläne der BR 39 des Bw Kai­sers­lau­tern für 1958

28. Juli 2010 | Von | Kategorie: BR 39 • P 10, Laufpläne, Streckenbenutzung

Farbspiel-KlauternBR39Unser gro­ßes und auf­wän­di­ges Som­mer­pro­jekt: Das sind die bei­den Umlauf­pläne der BR 39 des Bw Kai­sers­lau­tern.

– Groß? Die Lok leg­ten jeden Werk­tag fahr­plan­mä­ßig über 4900 Kilo­me­ter im Süd­wes­ten zurück. Sonn- und Fei­er­tags­ruhe fast unbe­kannt.

– Auf­wän­dig? Die Eisen­bahn­ge­schichte der Pfalz ist für die Über­gangs­zeit des Anschlus­ses des Saar­lan­des bis jetzt nur wenig erforscht, und die BR 39 befuhr sehr viele Stre­cken und Stre­cken­seg­mente (siehe rechts).

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Die Zah­len in den Krei­sen geben die Anzahl der Fahr­ten laut Kurs­buch wie­der. Also 0 (null) für Ffm-Hbf—Hbf—Ffm-Nied

Vor­be­rei­tende Dis­kus­sio­nen und immer noch lau­fende Recher­chen betref­fen den Werks­ver­kehr zur BASF in Lud­wigs­ha­fen und die inner­saar­län­di­schen Per­so­nen­zu­gleis­tun­gen.

Kur­zer geschicht­li­cher Hin­ter­grund:
Das Saar­land gehörte seit 1957 nach einer Volks­ab­stim­mung wie­der zum „Reich“ (Sprach­ge­brauch der Saar­län­der für die Bun­des­re­pu­blik), bil­dete aber noch bis in den Juli 1959 eine Zoll­ge­mein­schaft mit Frank­reich. >>wiki­pe­dia zum Saar­land

Ein­satz der BR 39 (P 10) im Sommer/Winter 1958
Mit dem Som­mer- und Win­ter­fahr­plan 1958 war der Höhe­punkt des Ein­sat­zes der P 10 in Kai­sers­lau­tern erreicht: Im Schnitt waren 22 Lok in der Pfalz behei­ma­tet, um die Lauf­pläne 1 und 2 bedie­nen zu kön­nen. Mit 6+8 Lauf­plan-Tagen über­tra­fen die 1958-er Pläne deut­lich den Win­ter­fahr­plan 1957/58 mit nur 10 Tagen und ca 3550 Kilo­me­tern. Im Som­mer 1959 wur­den dann wie­der nur 6+4 Maschi­nen benö­tigt.

Beson­der­hei­ten:

  • 13 D-Züge wur­den beför­dert
  • 15 Eil­züge gehör­ten zu den Plan­leis­tun­gen
  • 30 Per­so­nen­züge in Hes­sen, Rhein­land-Pfalz, Baden-Würt­tem­berg und dem Saar­land
  • 1 Express- aber kein Güter­zug
  • 2 x Vor­spann von Lud­wigs­ha­fen nach Neu­stadt
  • 2 lange Leer­fahr­ten: Geln­hau­sen nach Sal­müns­ter-Bad Soden und Karlsruhe—Wörth—Lauterburg (F)
  • 5 wahr­schein­li­che Ten­der-Vor­aus-Fahr­ten: Wörth—Lauterburg (F); Einöd—Rohrbach; Lh-Anilin—Ludwigshafen Hbf; Frankfurt-Nied—Ffm-Hbf; Geln­hau­sen oder Wächtersbach—Salmünster-Bad Soden

Der „D-Zug-Plan“ 01:

Die­ser Plan wird noch wei­ter restau­riert und dem­nächst durch einen bes­se­ren ersetzt.

Auf­fäl­lig: Frank­furt (M)ain wird auf 3 Wegen erreicht: Saarbrücken—Türkismühle—Bad Kreuz­nach—, —Kaiserslautern—Bad Kreuz­nach— und —Kaiserslautern—Worms—Biblis—. Von Frank­furt aus wer­den von Frank­fur­ter Per­so­nal wei­tere Leis­tun­gen nach Frank­furt-Nied und nach Salmünster—Bad Soden gefah­ren. Der vierte Tag ent­hält Leis­tun­gen, die man ande­ren Bw zuschrei­ben würde: D131 von Saar­brü­cken nach Landau und mit E 624 zurück ins Saar­land. Glei­ches gilt für den sechs­ten Tag: Der D 91 von Lau­ter­burg nach Lud­wigs­ha­fen und dann nach Karls­ruhe mit P 2864.

Der „Eil­zug-Plan“ 02:

Auf­fäl­lig hier: An Tag 1 und Tag 4 wer­den viele inner­saar­län­di­sche Leis­tun­gen erbracht. Beson­de­res Augen­merk ver­dient der P 1726 von Hom­burg nach Rohr­bach mit Kopf­ma­chen in Einöd. Abends errei­chen zwei Lok als Vor­spann von Lud­wigs­ha­fen her Neu­stadt an der Wein­straße, um dann im mor­gend­li­chen Früh­ver­kehr zur Ani­lin oder direkt nach Lud­wigs­ha­fen ein­ge­setzt zu wer­den.

Abkür­zun­gen in den Lauf­plä­nen:
Bk = Bin­ger­brück; Bkn = Bad Kreuz­nach; Ffm = Frank­furt (M) Hbf; Geln = Geln­hau­sen; Hm = Hom­burg (Saar) Hbf; K oder Kr = Karls­ruhe Hbf; La = Landau; Laf = Lud­wigs­ha­fen Ani­li­nin; Lh = Lud­wigs­ha­fen Hbf; Ltbg = Lau­ter­burg; Nied = Frank­furt-Nied; Nw = Neu­stadt (Wein­str) Hbf; I = Pir­ma­sens Hbf; Rb = Rohr­bach; Sal = Sal­müns­ter-Bad Soden; Sbr = Saar­brü­cken Hbf; Wo = Worms; Wö = Wörth
Noch eine Anmer­kung zu den far­bi­gen Bal­ken für die Stre­cken­seg­mente: Die Länge der Bal­ken ent­spricht nicht genau den tat­säch­li­chen Zei­ten, sie sind über­wie­gend grob geschätzt.

Was bleibt noch offen?

  • Wie lief die Anglie­de­rung des Saar­lan­des für die DB ab?
  • Ver­kehr im Drei­eck Zwei­brü­cken-St. Ingebert/Rohrbach/Homburg (Saar)

Wie geht es wei­ter?

  • Dienst­pläne vom Som­mer 1958 (glei­che Züge, andere Ver­knüp­fung der Zug­leis­tun­gen)

Wie könnte es wei­ter gehen?

  • Vor­stel­lung der ein­zel­nen Zug­bil­dun­gen
  • andere Dienst­pläne von Lok und Trieb­wa­gen, die den Raum um Kai­sers­lau­tern erreich­ten

Quel­len

  • Lauf­pläne der BR 39 vom Herbst 1958 (Danke CCP)
  • Dienst­pläne der BR 39 vom Som­mer 1958 (Danke CCP)
  • „Die Bau­reihe 39“ von Hans­jür­gen Wen­zel; EK-Ver­lag (1977)
  • „Die Bau­reihe 39 — die Geschichte der preu­ßi­schen P 10“ von Hans­jür­gen Wen­zel; EK-Ver­lag (2002)
  • Dis­kus­sio­nen im HiFo zu Einöd und zum Werk­ver­kehr der Ani­lin
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Danke – ist beho­ben

Jürgen Seif

Eine Kor­rek­tur zum Bahn­hofs­na­men :
Es muss rich­tig hei­ßen “Frank­furt-Sport­feld”.

Ansons­ten: Danke für die inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen.

Grüsse
Jür­gen Seif

Vie­len, vie­len Dank für einen wei­te­ren Hin­weis zu die­sem Thema.
Ich habe mitt­ler­weile das Buch vor­lie­gen. Die recht­li­che und die prak­tisch durch­ge­führte Über­gabe der Saar-Eisen­bahn (SEB) an die DB wird aber auch in die­ser Quelle nicht erläu­tert, denn das Saar­land war ja für die BRD noch Zoll­aus­land.

Span­nend ist diese Buch trotz­dem: Denn es sind etli­che Bil­der aus dem Zeit­raum 1957 bis 1959 ent­hal­ten, die ich noch in kei­ner ande­ren Publi­ka­tion gese­hen habe.

Zusatz:Auch im EK-Son­der­heft zum „Saar­land“ sind kleine Text­stel­len zum Saar-Thema zu fin­den.

Kees Deelder

Wie lief die Anglie­de­rung des Saar­lan­des für die DB ab? (Ers­tens: Deutsch ist nicht meine Mut­ter­spra­che… haben Sie bitte Ver­ständ­nis für Schreib­feh­ler usw.) (Zwei­tens: ich ver­folgte die sehr inter­es­sante Einöd-Dis­kus­sion im DSO-HiFo) Drit­tens dann: oben­ge­nannte Frage. Hof­fent­lich habe ich diese rich­tig ver­stan­den, aber m.E. sagt H-J. Wen­zel dazu eini­ges in sei­nem Buch “Die Süd­west­deut­schen Eisen­bah­nen in der fran­zö­si­schen Zone (SWDE)”. (EK Wup­per­tal 1976; als Nach­druck zu Röhr Kre­feld 1971). Auf Seite 36 heisst es: … sie (=BR 38.10) musste auch den Schnell- und Eil­zug­ver­kehr bewäl­ti­gen, soweit nicht Trie­rer oder Kai­sers­lau­ter­ner Maschi­nen im Durch­lauf, aller­dings bis 1955/56 mit Per­so­nal­wech­sel an der… Weiterlesen »