»VT 95 – der Start mit der Kleinsteuerung in Wuppertal: 1955

19. September 2011 | Von | Kategorie: Laufpläne, Streckenbenutzung, VT 95

1955 – bis jetzt waren wir mit keinem Thema zeitlich so weit zurückgegangen, um die Abwicklung des Verkehrs im Jahr 1958 verständlich  und rekonstruierbar zu machen. Bis zum Jahr 1955 wurden an die Deutsche Bundesbahn einmotorige Schienenbusse der Bauart VT 95 ausgeliefert. Die letzten 10 Exemplare wurden direkt ab Werk mit Kleinsteuerung ausgerüstet, nachdem vorher schon versuchsweise Fahrzeuge mit Kleinsteuerung versehen worden waren. Die letzten 6 Triebwagen kamen nach Wt-Steinbeck.

Mit Kleinsteuerung ist es möglich, zwei VT 95 von einem Führerstand mit den wichtigsten Befehlen steuern zu können: Bremsen und Beschleunigen. Anlassen des Motors im zweiten Triebwagen war aber beispielsweise nicht möglich. Heute ist vielen nicht (mehr) bewusst, dass VT 95 zwar häufig als Doppelgespann eingesetzt wurden, dass dazu aber auch doppeltes Personal notwendig war, das sich per Klingelleitung „synchronisierte“. Unerwähnt bleiben soll auch nicht: Für VT 95 gab es keine Steuerwagen.

Am ersten Laufplan (unten, Nummer 5) für die Kleinsteuerungs-VT 95 des Bw Wt-Steinbeck kann man wunderschön erkennen, wie man sich in Wuppertal die Verkehrsabwicklung vorstellte: einerseits im Pendelverkehr auf der kurzen Samba-Strecke Wuppertal-Steinbeck nach Wt-Cronenberg und andererseits zur Personaleinsparung(?) auf langen Strecken mit starkem Verkehr zwischen Lüdenscheid und Dortmund auf der Hauptbahn inklusive Kopfmachen in Brügge:


Bü = Brügge (Westf), C = Wuppertal-Cronenberg, D = Wuppertal-Elberfeld, Df = Düsseldorf Hbf, Df-Der = Düsseldorf-Derendorf, Dn = Dieringhausen, Dtm = Dortmund Hbf, Es = Essen Hbf oder Essen-Steele, Gr = Gummersbach, Gv = Gevelsberg, H = Hagen Hbf, Halver, Hat = Hattingen (Ruhr), Kö = Köln Hbf, Kre = Krebsöge, Le = Remscheid-Lennep, Lü = Lüdenscheid, Ma = Marienheide, Mh = Meinerzhagen, P = Opladen, R = Wuppertal-Oberbarmen, Ra = Radevormwald, Rd = Remscheid Hbf, S = Wuppertal-Steinbeck, Sm = Schwelm, St = Wuppertal-Steinbeck, Vl = Wuppertal-Vohwinkel, Wb = Waldbröhl, We = Wermelskirchen, Wi = Wuppertal-Wichlinghausen, Wip = Wipperfürth

Dass diese drei Laufpläne wie angegeben gefahren wurden, kann erst kurz vor Ende dieser Fahrplanperiode erreicht worden sein, denn die letzten sechs Kleinsteuerungs-VT 95 wurden laut EK-Baureihenbuch erst im August und Anfang September ausgeliefert. Insgesamt wurden die 16 Schienenbussen mit den „strammen“ Laufplänen für 15 Triebwagen sehr hohe Leistungen abverlangt, die sie auf folgende Strecken führten:

Um die einzelnen befahrenen Streckensegmente  leichter zuordnen zu können, legen wir über den Laufplan wieder farbige Layer:


Das führte zu den oben stehenden Kursbuch-Streckenbelegungen. Der Einsatz von VT 95 auf den beschriebenen Strecken wurde nach erstem Anschein noch leicht ausgedehnt, weil das Bw Dieringhausen 1956 erste eigene VT erhielt, ab 1957 sank jedoch schon wieder die Kilometerleistung der VT 95 im westlichen Bereich der BD Wuppertal.

Der Winterfahrplan 1957/58 ähnelte in vielen Punkten noch dem 55er-Plan, der Sommerfahrplan von 1958 bekommt dann schon Ähnlichkeit mit dem 60er-Laufplan.

Laufplan vom Sommer 1960

1960 beginnt der Ausbau des Bw Dieringhausen zum großen VT-95-Bw der BD Wuppertal. Neu beheimatete VT 98 mit Bei- und Steuerwagen übernahmen etliche Dienste. Ausdünnung des Verkehrs in der „Fläche“ war die dritte Einflussgröße für den verringerten Einsatz der einmotorigen Schienenbusse beim Bw Wt-Steinbeck.

Wie könnte es auf db58 weitergehen?

  • Der Verkehr auf den einzelnen Kursbuch-Strecken
  • VT 95 beim Bw Dieringhausen

Quellen

  • Laufpläne der Jahre 1955, 1957 bis 1959 (Danke Peter Jauch)
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