»38.10 rück­wärts: Holzminden—Wehrden

18. März 2013 | Von | Kategorie: Streckenführung, Zugbildungspläne

Der Win­ter 2012/13 in Deutsch­land ist noch immer nicht vor­bei, obwohl der Früh­lings­an­fang (zumin­dest laut Kalen­der) kurz bevor­steht. Wie war denn eigent­lich der Win­ter 1958/59? Anfang Dezem­ber 1958 begann es schau­er­ar­tig zu schneien. Kurz vor Weih­nach­ten wurde es wär­mer, so dass 1958 mit +10°C der wärmste 21. Dezem­ber seit 100 Jah­ren gemes­sen wurde. Das anschlie­ßende Früh­jahr begann eben­falls recht warm, am 1. März 1959 wur­den in Ber­lin bereits +17°C gemes­sen. Das waren schon keine so schlech­ten Bedin­gun­gen mehr für den Dienst auf der Dampf­lok.

Die Bespan­nungs­an­gabe „BR 38 (rück­wärts)“ des P 2140 jagte uns in die­sen Tagen einen zusätz­li­chen Käl­te­schauer über den Rücken. Spe­zi­ell weil die BR 38.10-40 mit ihrem hin­ten offe­nen Füh­rer­haus bei Rück­wärts­fahrt kei­nen kom­for­ta­blen Arbeits­platz bot. Ende der 1950er-Jahre waren zwar bereits viele 38.10-40 mit Wan­nen­ten­dern 2’2’ T30 aus­ge­mus­ter­ter 52er aus­ge­rüs­tet. Eine Füh­rer­haus­rück­wand bzw. ein geschlos­se­nes Füh­rer­haus war aber nur bei den weni­gen Wen­de­zug-38ern und noch weni­ger ande­ren Loks zu fin­den. Wie auch immer, es dürfte sich bei der Rück­wärts­fahrt von Holz­min­den nach Wehr­den (Weser) um eine zugige Ange­le­gen­heit gehan­delt haben, wobei auf Loks mit preu­ßi­schem Ori­gi­nal­ten­der dem Lok­füh­rer und Hei­zer nur der rück­wär­tige Vor­hang als Wet­ter­schutz zur Ver­fü­gung stand.

wehrden-HolzmindenDer hier betrach­tete Per­so­nen­zug des Berufs­ver­kehrs Pb 2140 bzw. die Rück­leis­tung P 2141 stellte die Anschlüsse an den Solo-VT 95.9 von Borg­holz nach Wehr­den (Pto 3249) und den P 2420 (Lauenförde—Brakel) dar. Die Wen­de­zeit von 10 Minu­ten war für einen lok­be­spann­ten Zug knapp bemes­sen – die wäh­rend des 2. Welt­kriegs in Wehr­den errich­tete Dreh­scheibe war im Jahre 1958 bereits wie­der aus­ge­baut.
Buchfahrplan Pb 2140 Holzminden—Wehrden (Weser)

DB-Kursbuch-Sommer-1958-Teil-3-Westen-Seite-113a

Die Rück­fahrt nach Holz­min­den konnte nun mit Schorn­stein vor­aus ange­tre­ten wer­den.

DB-Kursbuch-Sommer-1958-Teil-3-Westen-Seite-113

Der Zug­bil­dungs­plan gibt uns kleine Rät­sel auf. In die­sem Raum der BD Han­no­ver sind die Per­so­nen­wa­gen ent­we­der in Holz­min­den, Kre­i­en­sen oder Nort­heim behei­ma­tet. Unsere Wagen gehör­ten zu den Ver­stär­kungs­wa­gen der Bahn­hofs Kre­i­en­sen, wur­den aber nur plan­mä­ßig für den hier gezeig­ten Pen­del von Holz­min­den aus ein­ge­setzt:

DSCN1585

DSCN1588

Kre­i­en­sen und Holz­min­den ver­füg­ten 1957 noch über 2- und 3-ach­sige preu­ßi­sche Neben­bahn­wa­gen. Sie wur­den wahr­schein­lich in die­sem Zug ein­ge­setzt.

Wie könnte es auf db58 wei­ter­ge­hen?

  • Per­so­nen­wa­gen  von Holz­min­den und Kre­i­en­sen

Quel­len

  • Buch­fahr­plan vom Herbst 1958 Heft 11,
  • Zug­bil­dungs­plan Zp B vom Herbst 1958
  • Kurs­buch Herbst 1958
  • Paul Schlaak, Wet­ter in Ber­lin von 1950 bis 1961
  • Bei­träge über die Eng­län­der­kurve und die Dreh­scheibe von Wehr­den im Hifo
Schlagworte: , , , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar