»Ihr Zug-Beglei­ter für den Dom­spatz F 53/ F 54

17. November 2013 | Von | Kategorie: F 53 / F 54 Domspatz, Fahrpläne

Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre „durfte“ ich meine Frau Mama jedes Jahr zur Kur nach Bad Kis­sin­gen beglei­ten. Und jedes Jahr wohn­ten dann auch einige Regens­bur­ger Dom­spat­zen wäh­rend ihrer Kon­zert­reise in unse­rer Pen­sion. Mich haben die Jungs – trotz ihres „komi­schen“ Dia­lekts, aber immer­hin kei­nen Matro­sen­an­zü­gen wie bei den Wie­ner Sän­ger­kna­ben – tief beein­druckt, weil nach ihnen sogar angeb­lich ein Zug benannt wurde. Geglaubt habe ich ihnen das natür­lich nicht! Bis mir einer „sei­nen Zug-Beglei­ter“ geschickt hat:

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Dass ich 30 Jahre spä­ter fast täg­lich an der Diet­ler-Pas­sage in Frei­burg vor­bei­kom­men würde, daran war damals nicht zu den­ken … Warum die Firma im fer­nen Frei­burg wohl im Zug­be­glei­ter Regensburg—Hamburg gewor­ben hat?
Ich hatte mich sofort mit mei­nem Zug­be­glei­ter an den „Diercke“ gemacht und geschaut, wo man denn mit dem Zug über­all hin­fah­ren konnte.

Mit dem damals geweck­ten Inter­esse an den Ver­bin­dun­gen der Bahn und den erst in den letz­ten Jah­ren gesam­mel­ten Zug­un­ter­la­gen möchte ich hier dem Regens­bur­ger Dom­spat­zen von damals noch­mals herz­lich dan­ken.

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Ab Nürn­berg konnte man 1957/58 dann mit dem E 551 (von Mün­chen) auf der Kbs 414 nach Nor­den nach Lich­ten­fels fah­ren. Etwas spä­ter fuhr nach Süd­wes­ten der D 248 (von Hof) nach Stutt­gart.

In Würz­burg bestand auf dem glei­chen Bahn­steig Umstei­ge­mög­lich­keit auf den F 33 München—Würzburg—Frankfurt—Köln—Kiel „Gam­bri­nus“, der aber nur bis Müns­ter eine echte Alter­na­tive zu Fahr­ten über die Nord-Süd-Stre­cke war. Nach Süd­wes­ten fuhr fast zeit­gleich der E 862 nach Stutt­gart über Lauda und Heil­bronn nach Stutt­gart. In Heil­bronn bestand güns­tige Umstei­ge­mög­lich­keit auf den Per­so­nen­zug 4574 nach Karls­ruhe. Dem Dom­spatz hin­ter­her nach Nord­wes­ten fuhr der D 383 Mün­chen Hbf—Hamburg-Altona mit Halt in Gemün­den und Fulda. Nach Nord­os­ten gen Schwein­furt kam man mit dem P 1804 von Würz­burg Hbf nach Schwein­furt Hbf.

Nächs­ter Halt war Bebra. Mit dem E 374 (Osna­brück Hbf—Fulda) konnte man zürück nach Hers­feld. Nach Osten in die Sowjet­zone ging es mit dem D 199 (Frank­furt (M) Hbf—Leipzig Hbf). Nach Kas­sel war die Umstei­ge­mög­lich­keit mit einer Über­gangs­zeit von über 1 Stunde nicht opti­mal: Es ging auch nur mit dem Per­so­nen­zug P 1616 (Bebra—Kassel Hbf) wei­ter. Die Orte auf der Kbs 202 nach Göt­tin­gen wur­den erst mit dem P 1889    (Bebra—Göttingen) erreicht. Sams­tags bestand um 13:51 mit dem P 1421 eine Ver­bin­dung nach Obersuhl, an den ande­ren Tagen erst um 14:25 mit dem P 1425.

Von Göt­tin­gen aus bestand ein sehr knap­per Anschluss in Göt­tin­gen Süd zum P 6 auf der Gar­te­tal­bahn nach Ritt­mar­shau­sen. Auch der zurück­fah­rende P 2708 (Göttingen—Eichenberg—Kassel Hbf) bot keine sichere Umstei­ge­mög­lich­keit. Han­no­versch Mün­den konnte auch mit dem Pt 2756 Göttingen—Dransfeld—Hann Mün­den erreicht wer­den. Dierekt nach Kas­sel bot sich auch der D 284 (Bremerhaven—Karlsruhe) an. Der P 2783 Göttingen—Hannover Hbf bot in Nort­heim, Kre­i­en­sen und Elze Umstei­ge­mög­lich­kei­ten ins Weser­berg­land und in den Harz.

Im Bahn­kno­ten Han­no­ver stand in Rich­tung Osten der D 109 (Paris—Berlin Stadt­bahn) bereit. In West­rich­tung war­tete nor­ma­ler­weise auch der F 16 Sach­senroß nach Köln über Wup­per­tal auf Anschluss. Nach Süd­os­ten galt das glei­che wohl auch für den E 291 (Osna­brück Hbf—Bad Harz­burg). Dem Dom­spatz folgte auf der Kbs 211 der D167 Riviera-Express nach – der hielt in Celle, Uel­zen und Lüne­burg. Bre­men, Olden­burg und Emden wur­den mit dem E 653 (Bad Harzburg—Emden Süd) erreicht. Dem Sach­senroß folgte der E 542 (Han­no­ver Hbf—Köln Hbf). Das nahe­ge­le­gene Lehrte ließ sich mit dem P 2385 (Han­no­ver Hbf—Lehrte) errei­chen. Nach Bad Pyr­mont kam man mit dem E 804 (Han­no­ver Hbf—Bad Pyr­mont).

Da der Dom­spatz nicht in Ham­burg-Har­burg hielt, erreichte man die Nord­heide mit dem E 756 (Hamburg-Altona—Bremen Hbf) ab Haupt­bahn­hof. Rich­tung Osten fuhr der P 2931 (Ham­burg Hbf—Büchen). Nach Elms­horn, Tor­nesch und Itze­hoe bot sich werk­tags schon ab Haupt­bahn­hof der schnelle P 2917 an, der Altona links lie­gen ließ. Die Unter­elbe wurde mon­tags bis frei­tags mit dem E 2492 (Ham­burg Hbf—Stade) bedient. Ansons­ten musste man mit dem P 3466 (Ham­burg Hbf—Cuxhaven) vor­lieb neh­men. Nach Lübeck kam man mit dem E 2093 (Ham­burg Hbf—Lübeck Hbf). Dem Eil­zug folgte der P 1067 Ham­burg Hbf—Bargteheide.

Von Ham­burg-Altona star­te­ten die Eil­züge in den Nor­den Schles­wig-Hol­steins. Die Mar­schen­bahn wurde mit dem E 897 Hamburg-Altona—Husum bedient. Im Block­ab­stand folgte auf den ers­ten Kilo­me­tern der E 977 Hamburg-Altona—Kiel Hbf.

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Die Karte zeigt die Stre­cken­füh­rung der im Zug­be­glei­ter bei der Nord­fahrt erwähn­ten Züge:

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Die Ver­bin­dun­gen der Fahrt nach Süden wer­den spä­ter mal ergänzt.

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Quelle:

  • Ihr Zug-Beglei­ter Dom­spatz F 53 / F 54 Februar 1958
  • Kurs­buch vom Win­ter 1957/1958
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