»Die Rei­se­zug­wa­gen­lage 1956/1957 – Teil 5

20. November 2015 | Von | Kategorie: kurz gemeldet

In einer klei­nen Serie ver­öf­fent­li­chen wir Pro­to­koll­aus­schnitte von Bespre­chun­gen der DB:

Zusam­men­fas­sung vom vier­ten Teil des Berichts zur Rei­se­zug­wa­gen­lage:

  • Über­be­stand an A- und AB-Wagen
  • Umbe­hei­ma­tungs­welle bei Dreh­ge­stell­wa­gen
  • nur noch 3yge-Wagen-Her­stel­lung – Lie­fe­rung an „elek­tri­sche“ Hei­mat­bahn­höfe

  1. Es liegt eine ganze Reihe von Wün­schen auf wei­tere Ein­rich­tung von Wen­de­zug­be­trie­ben vor. In nächs­ter Zeit wer­den die letz­ten BPw4ymgf-Wagen, die noch im Fern­ver­kehr ste­cken, mit Steu­er­ein­rich­tun­gen aus­ge­rüs­tet. Sie kön­nen jedoch erst dann für Wen­de­zug­be­triebe frei­ge­ge­ben wer­den, wenn im Fern­ver­kehr Ersatz für sie vor­han­den ist. Es han­delt sich um etwa 30 Wagen, die schon für vor­dring­lich ein­zu­rich­tende Wen­de­zug­be­triebe fest­ge­legt sind. Alle wei­te­ren Wün­sche müs­sen zurück­ge­stellt wer­den, bis das Nah­ver­kehrs-Wagen­pro­gramm ange­lau­fen ist.
  1. In der letz­ten Zeit ist häu­fig über gewisse Män­gel in der Beschil­de­rung der Wagen geklagt wor­den. Die Lauf­schil­der haben teil­weise fal­sche oder durch Ver­schmut­zung unle­ser­li­che Beschrif­tung. Das Hw hat vor eini­gen Tagen eine Ver­fü­gung her­aus­ge­ge­ben, in der um Abhilfe gebe­ten wird. Außer­dem hat das Hw dem BZA Min­den vor­ge­schla­gen, in allen 26,4 m Neu­bau­wa­gen die Lauf­schil­der in den unte­ren Fens­ter­hälf­ten am Ende der Wagen so anzu­brin­gen, daß sie von innen aus­ge­wech­selt und beleuch­tet wer­den kön­nen.
  1. Nach dem Anhang 3 zu den PWV ist die feste Ein­tei­lung in Rau­cher- und Nichttrau­cher-Abteile gere­gelt. Es wird jedoch immer wie­der beob­ach­tet, daß die R- und N-Beschil­de­rung nicht dem Anhang 3 ent­spricht. Das ist wohl dar­auf zurück­zu­füh­ren, daß die Umstell­bar­keit der Schil­der mit Vier­kant und Schrau­ben­zie­her oder sogar Taschen­mes­ser noch mög­lich ist. Nach einer Ver­fü­gung des BZA sollte dies durch geeig­nete tech­ni­sche Maß­nah­men ver­hin­dert wer­den. Ich darf bit­ten, hier­auf mehr als bis­her zu ach­ten.
  1. Die Sau­ber­keit in den 1. Klasse-Abtei­len der AB4ymg-Wagen läßt teil­weise sehr zu wün­schen übrig. Die Pols­ter sind viel­fach stark abge­nutzt und spe­ckig. Oft wird es mög­lich sein, sie in Über­pla­n­ar­beit bei einer Auf­ar­bei­tung nach R3 oder auch in einem Son­der­pro­gramm zu erneu­ern.
  1. Zum Schluß möchte ich noch auf das Schrei­ben des Hw vom 10. 4. 1957 betr. Bezeich­nung der Rei­se­zug­wa­gen hin­wei­sen. Es gibt weder für LS-Züge beson­dere LS-Wagen, noch für D-Züge beson­dere D-Zug­wa­gen. F- und D-Züge ein­schließ­lich LS-Züge wer­den aus Schnell­zug­wa­gen (4ü) gebil­det. Für Eil­züge sind Eil­zug­wa­gen (4y) vor­ge­se­hen. Als Per­so­nen­zug­wa­gen zäh­len alle 2- und 3-ach­si­gen Wagen.

Zusam­men­ge­fasst:

  • Aus­wei­tung des Wen­de­zug­be­trie­bes

Die ande­ren Bei­träge zur Bei­lage 5

Quelle

  • Nie­der­schrift über die „Bespre­chung über tech­ni­schen Wagen­dienst und Wagen­er­hal­tung“ vom 27. bis 29. Mai 1957 in Regens­burg.

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Dieter Leyendecker

Zu die­ser Zeit war ich Lehr­ling (Aus­zu­bil­den­der) in einem inter­na­tio­na­len Rei­se­büro in Köln und habe mich dar­über­hin­aus inten­siv für die „Orga­ni­sa­tion“ Deut­sche Bun­des­bahn inter­es­siert.
Wenn ich dann heute (im Jahr 2019!) die oben­ste­hen­den Abschnitte e. und g. lese, dann hat sich von der dama­li­gen BEHÖRDE – die noch mit den Nach­wir­kun­gen des Krie­ges zurecht­kom­men musste – hin zur heu­ti­gen Deut­sche Bahn AG auch nach ÜBER 60 JAHREN (!) nichts und gar­nichts geän­dert.
Damals (wie heute?) war das Motto „Das machen wir schon immer (seit 150 Jah­ren) so!“

Die­ter Ley­en­de­cker