»Grüner A4ümg-​​54 im Blauen Enzian?

Mrz 13th, 2009 | By | Category: 26,4m-Typen, F 55 / F 56 Blauer Enzian, F-Züge

Wer die Ver­bun­den­heit des Autoren mit dem „Blauen Enzian“ kennt (MIBA 1985: Wir bauen den  Henschel-​​Wegmann-​​Gegenzug und Mit­ar­beit am Jossa-​​Projekt), wird sich nicht wun­dern, dass ein Kol­lege (Mat­thias Muschke – danke!) sofort zum elek­tro­ni­schen Telefon griff:
»Hast Du schon den neuen MIBA-​​Report 66 Rei­se­züge gesehen? Das Vermächtnis-​​Heft von Michael Mein­hold? Da ist der „Blaue Enzian“ drin – mit einem grünen A4ümg-​​54! Das wär’ ja ’ne Sensation!«.

»Glaub’ ich nicht!«, war meine erste Ant­wort, »das wird doch ein A4ymg-​​54 sein«. Schnell das Heft gekauft: Es scheint tat­säch­lich ein A4ümg-​​54 zu sein:

  • Anord­nung der Bat­te­rie­kästen unterm Wagen­boden ent­spre­chen nicht dem A4ymg
  • Fenster neben Tür scheint schmaler zu sein als andere Abteilfenster
  • Person schaut aus dem offenen Fenster, das würde in einem Groß­raum­wagen der 1. Klasse bei schneller Fahrt für Unmut sorgen.
  • Kardan-​​Lichtmaschine am Dreh­ge­stell auf Gang­seite links (und wohl keine LiMa unterm Wagen­boden, wie für die 50er ver­mutet wird)

Aber leichte Zweifel bleiben, denn ich hatte noch nie von einem grünen A4ümg-​​54 gehört, geschweige denn einen gesehen …

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Nun haben Mat­thias Muschke und ich das Bild aus dem „Archiv Michael Mein­hold“ freund­li­cher­weise von Martin Knaden von der MIBA zuge­schickt bekommen – mit der Erlaubnis, es im Web zur Dis­kus­sion zu stellen: Gab es grüne A4ümg-​​54?

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Und hier nochmal als Aus­schnitt (leider kommt man in der Aus­schnitts­ver­grö­ße­rung an die Grenzen der Kör­nung des Dias).
In dieser Ver­grö­ße­rung erkennt man deut­lich, dass der Spei­se­wagen der DSG ein ehe­ma­liger Vorkriegs-​​Rheingold-​​Wagen ist.

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Skizze des A4ymg-​​54 aus den 50er Jahren.

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3 comments
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  1. Da die End­fenster nicht undurch­sichtig sind, müsste es sich beim A4ümg um die Gang­seite han­deln. Man sieht aber die weiss über­zo­genen Kopf­teile der Sitze nahe am Fenster. Wäre dort ein Gang, wären sie weiter vom Fenster weg, wenn über­haupt sichtbar. Ich denke daher, es ist ein A4ymg. Wenn nicht, ist es eine echte Über­ras­schung. Ein hoch­in­ter­es­santes Foto alle­male, das übri­gens in s/​w bereits ver­öf­fent­licht ist und so seine Bri­sanz ver­barg. Wie gerne hätte ich das mit Michael dis­ku­tiert. Das Auf­nah­me­datum müsste 1958/​59 gewesen sein, da es noch Wagen ohne den 1.-Kl.-Streifen im Zug gibt. Schwer zu beur­teilen ist, ob der “DB-​​Keks” wirk­lich einer ist, er wirkt kleine als bei den blauen Wagen. Aber da kann die Bild­auf­lö­sung einen Streich spielen. An einen ita­lie­ni­schen Wagen glaube ich nicht, die haben erst nach 1961 UIC-​​X-​​Wagen ein­ge­setzt – und dann mit Schürze und metal­li­schen Türen.

  2. Nach Hin­weis auf “Ver­kehrs­knoten Köln” habe ich mir dort auf Seite 132 das Ablie­fer­foto des B4ümg-​​54 Nr. 11 849 Köl bei Gastell/​Mainz mal genauer ange­sehen. Es ist s/​w, aber es fällt auf, dass der Wagen im Grauton heller wirkt als der linke, ver­mut­lich stahl­blaue B4ümg. Zudem trägt er eine beson­dere Form des DB-​​Keks, die später als “Negativ-​​Keks” bekannt wurde und eine etwas klei­nere Fläche bean­sprucht. Der Wagen wurde 1955 als einer der ersten DB-​​Wagen mit “Keks” – oder viel­leicht sogar als Vor­führ­wagen für einen “Keks”-Entwurf gelie­fert. (Später wurde er zum Am202 51 80 10-​​43 047-​​9.) Diese Details könnten auf den obigen Wagen passen. Ich wäre trotzdem ver­wun­dert. Ob es dafür Unter­lagen gibt?

    Die A4ymg erhielten wie alle 52er noch vor 1960 nor­male Kar­d­an­licht­ma­schinen am Dreh­ge­stell. Der oben abge­bil­dete Zug müsste der Nach­folger des “Gegen­zuges” sein, der diesen ab 1957 erstetzte.

  3. Ich bin mir bei der grünen Farbe nicht sicher. Der Zug scheint aus einer Kurve aus­zu­fahren. So könnte es sein, dass ein Wagen z.B. das Böschungs­grün oder Son­nen­licht anders reflek­tiert, als andere Wagen (er hat einen anderen Winkel). Soweit auf der Ver­grö­ßer­tung erkennbar, scheinen die Fens­ter­scheiben eben­falls über eine grün­liche „Kör­nung“ zu ver­fügen. Auch scheint die Sei­ten­wand genauso über blaue Kör­nung zu ver­fügen.
    Viel­leicht ist der Wagen auch nur in einem schlech­teren Farb­zu­stand und dre­ckig. Wie gesagt, es scheint auch eine blaue Kör­nung vor­handen zu sein. Die Farben des Nega­tives bzw. des Dias haben im Laufe der Jahre sicher­lich auch etwas gelitten. Wenn nun der Blauton im Ori­ginal durch Abnut­zung, Dreck, u.s.w. schon anders war, so kann der Film durch Alte­rung hieraus ebenso etwas anderes gemacht haben. Ein sau­beres Grün vermag ich eben­falls nicht erkennen.

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